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R(h)eingehäckt – Folge 30

Cyberkonflikte & globale Regeln im Cyberraum
(mit Dr. Alexandra Paulus von der Stiftung Wissenschaft und Politik)

In dieser Folge von Rheingehäckt werfen wir einen Blick auf aktuelle Entwicklungen rund um Cyberoperationen im Kontext globaler Konflikte – von Russland bis zum Nahen Osten – und diskutieren, welche Bedrohungen konkret auf Deutschland zukommen könnten. Außerdem geht es um Schwachstellen in digitalen Lieferketten, die Rolle staatlicher Cyberfähigkeiten und die Frage, wie widerstandsfähig unsere Systeme – bis hin zur Bundeswehr – tatsächlich sind.

Der Podcast Rheingehäckt in der Folge 30 mit Dr. Alexandra Paulus von der Stiftung Wissenschaft und Politik

Zum Inhalt

Digitale Souveränität oder totale Abhängigkeit?
Europas Risiko im Cyberraum.

In der 30. Folge unseres Podcasts „R(h)eingehäckt“ stellen wir uns einer existenziellen Frage: Wie unabhängig ist Europa eigentlich von den technologischen Giganten in den USA? Gemeinsam mit Dr. Alexandra Paulus analysieren Fabian Haun und Wolfgang Straßer die fragilen Strukturen unserer digitalen Welt.

Eines ist unbestritten: Die massive Abhängigkeit von US-amerikanischer Software und Cloud-Diensten. Sie warnen davor, dass diese Dominanz nicht nur ein wirtschaftliches Thema ist. In politischen Krisenzeiten verwandelt sich diese Abhängigkeit in ein mächtiges Erpressungsinstrument. Besonders kritisch bewerten sie die Rolle zentraler Infrastrukturen wie der CVE-Schwachstellen-Datenbank, da die US-Regierung deren Finanzierung steuert.

Doch die Gefahren lauern nicht nur auf staatlicher Ebene. Dr. Paulus beleuchtet die Risiken in den Software-Lieferketten, insbesondere mit Blick auf die Bundeswehr. Sie zeigt auf: Oft sind nicht die großen Institutionen das schwächste Glied. Stattdessen nutzen Angreifer kleine Zulieferer oder ungesicherte Open-Source-Komponenten als Einfallstor, um tief in geschützte Systeme einzudringen.

Parallel dazu zeichnet Wolfgang Straßer ein kritisches Bild der aktuellen Unternehmenspraxis. Trotz gewaltiger finanzieller Schäden durch Cyberangriffe investieren viele Firmen immer noch zu wenig in grundlegende Sicherheitsmaßnahmen. Die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und der tatsächlichen Sicherheit ist laut BSI-Daten alarmierend.

Als Ausweg plädieren die Gäste für einen strategischen Kurswechsel: Europa muss aufhören, lediglich US-Produkte zu kopieren. Stattdessen muss es eigene Zukunftstechnologien wie Quantencomputing fördern, um echte Verhandlungsmacht zu gewinnen. Zudem fordern sie, dass Softwarehersteller Sicherheit bereits in der Entwicklung verankern müssen. Die Politik wiederum muss Cybersicherheit endlich als Kernaufgabe staatlicher Souveränität begreifen.

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