Hybride Bedrohungen und kognitiver Krieg
(mit Ferdinand Gehringer, Jurist, Sicherheitsexperte und Leiter des Bereichs Defense & Security bei FTI Consulting)
In dieser Folge von „R(h)eingehäckt“ sprechen wir mit Ferdinand Gehringer. Er ist Jurist, Sicherheitsexperte und Leiter des Bereichs Defense & Security bei FTI Consulting. Mit ihm sprechen wir über hybride Bedrohungen, kognitive Kriegsführung und die Frage, wie verwundbar Deutschland im digitalen und infrastrukturellen Raum wirklich ist.
Außerdem geht es um geopolitische Risiken für Unternehmen, Lehren aus dem Buch „Deutschland im Ernstfall“ und konkrete politische Maßnahmen, die unsere Sicherheitslage spürbar verbessern könnten.

Zum Inhalt
Hybride Kriege und kognitive Manipulation – Wie resilient ist Deutschland wirklich?
In dieser Folge von „R(h)eingehäckt“ analysieren wir eine Gefahr, die weit über die reine IT-Sicherheit hinausgeht: hybride Bedrohungen für unsere Gesellschaft.
Gemeinsam mit Ferdinand Gehringer, Experten für internationale Sicherheitspolitik und Defense Consulting, diskutieren Fabian Haun und Wolfgang Strasser, warum Deutschland in einer Zeit zunehmender Instabilität gefährlich unvorbereitet ist.
Ein zentraler ist die sogenannte „kognitive Kriegsführung“. Während klassische Cyberangriffe Systeme angreifen, zielt dieser Ansatz direkt auf das Denken und Fühlen der Menschen ab. Anhand von Beispielen wie gezielten Desinformationskampagnen zeigt Gehringer auf, wie Angreifer Emotionen schüren, gesellschaftliche Spaltungen vorantreiben und das Vertrauen in demokratische Institutionen systematisch zerstören.
Gewarnt wird zudem vor einer gefährlichen Blindheit gegenüber hybriden Angriffen. Deutschland unterteilt seine Sicherheit oft in starre Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und verschiedenen Behörden. Koordinierte Angriffe, die digitale Sabotage, Spionage und psychologische Operationen kombinieren, fallen dadurch oft durch das Raster.
Auch in der Wirtschaft beobachtet Wolfgang Strasser eine gefährliche Sorglosigkeit. Viele Führungskräfte stempeln IT-Security immer noch als lästigen Kostenfaktor ab, statt sie als Überlebensstrategie zu begreifen. Diese Einstellung führt zu eklatanten Sicherheitslücken. So werden selbst Manager in der Führungsetage regelmäßig Opfer einfacher Phishing-Attacken.
Als Lösung fordert Ferdinand Gehringer ein ganzheitliches Resilienzkonzept. Es reicht nicht, nur Mauern zu bauen. Deutschland muss lernen, mit Ausfällen umzugehen und die Bevölkerung sowie Unternehmen mental auf Krisenszenarien vorbereiten. Die Experten plädieren für gemeinschaftliche Übungen nach schwedischem Vorbild und eine ehrlichere staatliche Kommunikation über reale Bedrohungen. Nur so bricht Deutschland aus seiner Passivität aus und stärkt seine Sicherheitsarchitektur.